Gin Gin…

Gin Gin…

Definition und Herstellung

Gin ist eine meist farblose Spirituosen mit Wacholder und Hauptbestandteil vieler Cocktails, insbesondere des Martini sowie des Longdrinks Gin & Tonic.

Als Basis wird meistens Agraralkohol eingesetzt, welcher aus beliebigen stärkehaltigen Ausgangsstoffen gebrannt werden kann (meistens Getreide oder Melasse). Gin erhält seinen charakteristischen Geschmack aus der Aromatisierung mit Gewürzen, darunter vor allem Koriander und Wacholderbeeren. Der Name leitet sich indirekt vom botanischen Namen des Wacholders „Juniperus“ ab, wobei manchmal die auf Englisch so genannten „juniper berries“ als Namensgeber genannt werden, meist aber das niederländische Vorläufergetränk Genever.

Weitere Bestandteile wechseln von Hersteller zu Hersteller, es können unter anderem Ingwer, Muskat, Orangenschalen, Paradiesapfel-Kerne und bis zu 120 weitere Zutaten als Aromen und Wirkstoffe zum Einsatz kommen.

Die Aromatisierung geschieht während der Destillation. Je nach Verfahren werden die Alkoholdämpfe direkt über die Gewürze geleitet und nehmen dabei die Aromen mit oder die Gewürze werden der Kornmaische beigemischt und mit dieser destilliert.

In der EU und der Schweiz muss Gin einen Alkoholgehalt von mindestens 37.5 Volumenprozent besitzen.

Ein bisschen Geschichte

Die ältesten Quellen Mitte des 17. Jahrhunderts berichten vom Wacholderschnaps namens Genever des Arztes François de la Boe. Als Wilhelm III. von Oranien-Nassau 1689 den englischen Thron bestieg, brachte er den Genever aus seiner Heimat mit. Er stellte die Produktion von Wacholder-Schnaps steuerfrei und belegte gleichzeitig den Import französischer Alkoholika mit hohen Steuern. Auch englische Soldaten, die die Holländer im Holländisch-Spanischen Krieg unterstützten, brachten diesen Schnaps auf die Britische Insel, wo er den Namen Gin erhielt. Durch einen Erlass wurde 1690 festgelegt, dass der Gin nur aus englischem Getreide produziert werden darf. Ab 1769 produzierte die Gordon Co. in Nordlondon einen in der Britischen Marine verbreiteten 3-fach gebrannten Gin. Zu dieser Zeit destillierte man in England viele raue, harte Brände mit wechselndem Alkoholgehalt unter der Bezeichnung „Gin“. Als durch die grossen Anbaugebiete in Nordamerika die Anbaufläche für Getreide grösser wurde und damit auch der Preis sank, wurde es auch billiger, Alkohol zu produzieren. Der billige und hochprozentige Gin wurde vor allem in den unteren und untersten Gesellschaftsschichten sehr beliebt, da ein Rauschzustand schon nach wenigen Drinks eintrat. Der Ginkonsum stieg so stark an, dass die Regierung sich gezwungen sah, im Zuge der Gin-Krise einzugreifen. Durch hohe Steuern und verschärfte Qualitätskontrolle sollte Gin für die unteren Schichten künstlich verteuert werden. 1791 regulierte der sogenannte Gin Act nicht nur Qualität und Herstellung, sondern brachte ihn in die Kreise der Upper Class. An der Destillationsmethode und Rezeptur wurde innerhalb dieser Grenzen in den zahlreichen Destillerien im Londoner Bloomsbury-Viertel und im Vorort Finsbury während dieser Gin Ära von vielen weiter getüftelt. Gerade in Finsbury mit seinem klaren Quellwasser entwickelte sich auch der London Dry Gin zwar nicht als Herkunftsbezeichnung (etwa für Gin aus London) doch aber als eine bestimmte 4-fach Destillation in Kupferkesseln, mit der im Vergleich zum kontinentalen Genever ein besonders runder und trockener Geschmack der Spirituose erreicht wird.

Der Vorgänger ist der so genannte Old Tom Gin, ein leicht gesüsster Gin, der im 18. und 19. Jahrhundert sehr populär war. Er eignet sich vor allem (aber nicht nur) zum Mixen von Longdrinks wie Tom Collins und kann als Verbindung zwischen Genever und dem „London Dry Gin“ verstanden werden.

Gin war in England von 1840 bis 1880 verboten.

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Sorten

London Gin

„London Gin“ wird in der EU-Verordnung von 2008 zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen wie folgt definiert:

London Gin ist ein destillierter Gin, der

  • ausschliesslich aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs gewonnen, und
  • dessen Aroma ausschliesslich durch die erneute Destillation von Ethylalkohol in herkömmlichen Destilliergeräten unter Zusetzen aller verwendeten pflanzlichen Stoffe gewonnen wird, und
  • dessen Gehalt an zugesetzten süssenden Erzeugnissen nicht mehr als 0.1 g Zucker je Liter des Fertigerzeugnisses betragen darf, und
  • der keine zugesetzten Farbstoffe enthalten darf.

London Gin darf neben den pflanzlichen Stoffen keine anderen zugesetzten Zutaten ausser Wasser enthalten. Der Mindestalkoholgehalt von London Gin beträgt 37.5 % Vol. Die Bezeichnung London Gin kann durch den Begriff „dry“ ergänzt werden, wenn keinerlei süssende Erzeugnisse zugesetzt werden.

Dry Gin

Dry Gin und Destilled Gins sind dem London Dry Gin sehr ähnlich, allerdings sind beim London Gin die Regeln strenger. Beim Dry Gin dürfen die verschiedenen Botanicals zu jedem Zeitpunkt zugegeben werden, nicht nur vor der Destillation und auf einmal. Ebenso dürfen bei dieser Gin Sorte verschiedene “naturidentische” Farb- und Aromastoffe zugegeben werden, was beim London Dry Gin verboten ist. Gemeinsam haben Dry Gin und London Dry Gin die mindestens doppelte Destillation und das Verbot von Zuckerzusatz.

Old Tom Gin

Es handelt sich um eine Variante des Gins, der grundsätzlich leicht gesüsst ist.

Sloe Gin

Auch Schlehen Gin genannt, wird aus Dry Gin und Schlehenbeeren hergestellt und ist in Deutschland als Schlehenfeuer oder Schlehenlikör bekannt. Die Schlehenfrüchte werden in Alkohol mazeriert, und Zucker entzieht den Saft aus den Früchten.

Andere

Darunter fallen alle anderen Gins. Heutzutage gibt es kaum mehr ein Land, welches nicht selber Gins herstellt. Der Grundsatz sollte aber immer sein, dass der Wacholder als Zutat vorherrschend ist.

Unsere Gins

No. 3 London Dry Gin

Mayfair London Dry Gin

Brecon Gin

Uncle Val’s Small Batch Gin

Villa Liverzano Gin

Berry Bros. Sloe Gin



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